Schlagzeilen

Congratulations! Simon Mosse and his Dark are Irish National Champion 2009!

Weidebetrieb G. Kramer
Nachdem ich schon zwei Jahre lang mit Mirjam's Schafen Lohnbeweidungen durchgeführt und mit meinen Hunden als "Notnagel" - sprich Reserveschäfer - im Wanderschafprojekt des Naturparks Mühlviertel mitgearbeitet hatte, beschloss ich im Herbst 2008 meinen eigenen Wanderschafbetrieb zu gründen.

Im Winterhalbjahr 2008/09 besichtigte ich im Auftrag der Naturschutzabteilung der OÖ. Landesregierung potentielle Weideflächen und führte Gespräche mit Grundbesitzern. Da viele dieser Weideflächen im Gemeindegebiet von Hirschbach im Mühlkreis lagen, bot ich der Gemeinde ein Gesamtkonzept von Beweidung, touristischer und regionaler Vermarktung der Weideschafe an, das auch angenommen wurde.

  

Auf Anhieb konnte ich 12,5 ha Fläche pachten, dazu kamen 8 ha Weideflächen in Form von Lohnbeweidungen und 7 ha Herbstweide. Mit Ausnahme der Herbstweideflächen waren dies ausschließlich Flächen, die aufgrund ihrer Unrentabilität von den Grundbesitzern aus der Bewirtschaftung genommen worden waren oder werden sollten.

Um diese Flächen auch nur annähernd bewirtschaften zu können war ein Schafbestand von zumindest 200 Tieren notwendig. Den Grundstock der Herde bildeteten Waldschafe, die ich aus der Herde von Mirjam und von einem niederösterreichischen Waldschafzüchter bezog. Dazu kamen die im Winter gefallenen Lämmer - Waldschaf/Blackface Mischlinge. Bei der Auswahl der Schafrassen war ein Kriterium, dass es sich um Tiere mit hoher Robustheit gegenüber den klimatischen Bedingungen im Mühlviertel während eines Weidejahres handelte.
Da dies noch nicht die benötigte Stückzahl ergab, kaufte ich 40 Milchschaflämmer von einem Hirschbacher Milchschafbetrieb zu. Obwohl all meine Tiere biologischen Ursprungs waren, konnte ich aufgrund der Tatsache, dass meine Tiere auf ihren Wanderungen und auch bei den Lohn- und Herbstbeweidungen konventionelle Flächen beweideten, keinen biologischen Betrieb anmelden.

Um den Tierschutzrichtlinien genüge zu tun, pachtete und adaptierte ich einen aufgelassenen Rinderstall mit dazugehörigen Flächen für die Winterzeit und die Bergung und Lagerung des Winterfutters.
Meine Weideflächen liegen in den Kernlandgemeinden Hirschbach im Mühlkreis, Waldburg und Neumarkt im Mühlkreis.

Bei meiner Routenplanung zwischen den Weideflächen lege ich großen Wert darauf, dass einerseits die bestehenden Landwirtschaften durch die durchziehenden Schafe möglichst wenig berührt werden, andererseits ist es auch sehr wichtig, dass durch das Ziehen die Schafe nicht überanstrengt werden und die Länge der Tageszugstrecken 5 km nicht überschreitet.

Wenn Ziehen aus verschiedenen Gründen nicht möglich oder sinnvoll ist, werden die Tiere entweder mit Tiertransport LKW oder PKW Anhänger verbracht.
  
Der Betrieb finanziert sich zum einen über den Lämmerverkauf, zum anderen über die Lohnbeweidungen und Ausgleichszahlungen der Agrarmarkt Austria. Wobei die Lohnbeweidungen die Pachtkosten decken und die Ausgleichszahlungen der AMA den Aufwand von laufenden Kosten wie Netze/Weidezaungeräte, Kosten der täglichen Kontrollfahrten der Herden etc. abdecken.


Aktuelle Infos rund ums Weidejahr gibt es in meinem Weideblog regelmäßig nachzulesen und zu sehen!
Günther Kramer